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Weimarer Republik

Weimarer Republik

100 Jahre Weimarer Republik 1919-2019

Weimarer Gedenkmünzen und Kursmünzen als Zeugnisse ihrer Zeit

Die Weimarer Republik entstand als Folge der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der seit langem bestehenden Tendenz zur demokratischen Verfassungsreform des Deutschen Reiches.

Nach Unruhen, Umsturzversuchen, Ausrufung der Republik in München und Braunschweig, politischen Massenstreiks sowie einem Ultimatum der SPD verkündete Reichskanzler Prinz Max von Baden am 9. November 1918 die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und übergab die Geschäfte an Friedrich Ebert. Eberts Kurs zur Einberufung eines verfassungsgebenden Parlaments wurde durch die Oberste Heeresleitung, namentlich von Paul von Hindenburg und Wilhelm Groener, gesichert. Letztere wollten eine bolschewistische Revolution nach russischem Vorbild verhindern.

Die Wahlen am 19. Januar 1919 zur Weimarer Nationalversammlung ergaben eine Dreiviertelmehrheit für die Parteien, die die Gründung einer parlamentarisch-demokratischen Republik uneingeschränkt unterstützten (SPD, Zentrum und DDP). Die Nationalversammlung trat erstmals am 6. Februar 1919 im Theater von Weimar zusammen und wählte am 11. Februar 1919 Friedrich Ebert zum provisorischen Reichspräsidenten. Am 13. Februar wurde das erste Kabinett unter Ministerpräsident Philipp Scheidemann verkündet.

Die Weimarer Nationalversammlung sprach sich zunächst gegen die Friedensbedingungen und den Versailler Vertrag, dann aber schließlich mit Mehrheit am 22. Juni 1919 für die Unterzeichung aus. In den folgenden Monaten wurde die neue Reichsverfassung ausgearbeitet und mit Unterzeichnung von Reichspräsident Ebert trat diese am 11. August 1919 in Kraft. Sie räumte den politischen Parteien und dem Reichspräsidenten de facto eine vorher im Reich unbekannte maßgebende Stellung ein. Diese über die Bismarcksche Reichsverfassung hinausgehende Stärkung der Zentralgewalt sollte sich Jahre später als Angriffspunkt gegen die eigene Republik erweisen. Zudem wurde die junge Weimarer Republik durch die außenpolitischen Vorgaben des Versailler Vertrages in seinen wirtschaftlichen und politischen Bemühungen dauerhaft konterkariert.

Trotz der wirtschaftlichen Nöte und dem politischem Dauerstreit brachte die Weimarer Zeit auf kulturellem Gebiet beachtliche Leistungen hervor. Literatur, Kunst, Architektur und Musik konnten sich frei von staatlicher Bevormundung entfalten.

Historische Zeugen dieser bemerkenswerten Epoche sind die Münzen der Weimarer RepublikSilbermünzen zur Jahrtausendfeier der Rheinlande sowie zur Rheinlandräumung zeigen die Kontroversen rund um den Versailler Vertrag auf. Die auf 5 Reichsmark lautende Kursmünze mit Eichbaum sowie eine 3 Reichsmark Gedenkmünze zum 100. Todestag des Freiherrn vom Steim drücken den Wunsch nach politischer und wirtschaftlicher Stabilität aus. Den industriellen Fortschritt der Zeit machen die Gedenkmünzen zum imposanten Weltflug des Luftschiffs Graf Zeppelin im Jahr 1929 zum Thema. Auf der anderen Seite lernen wir über die Umlaufmünzen gleichzeitig die geldwirtschaftlichen Probleme der Weimarer Republik kennen. Notmünzen aus Alu zeigen die Nöte der großen Inflation von 1923 auf und ein damals unbeliebtes 4-Pfennig-Stück - im Volksmund nach dem damaligen Reichskanzler Brüning-Taler benannt - die erfolglose Spar- und Deflationspolitik.